26.11.2020

Tagebuch von Carole Bissig, technische Fahrerin des Swiss Ski B-Kaders

Der Alltag zwischen Skizirkus und Lernen

Carole Bissig ist 22 Jahre alt und Mitglied des B-Kaders des Swiss Ski Teams. Sie bestreitet die technischen Disziplinen wie Slalom und Riesenslalom. Neben dem Sport besucht sie die Handelsschule in Luzern. Wir freuen uns, Sie in diesem Winter begleiten zu dürfen.

Erstes Skirennen der Saison in Levi

Das Wochenende in Levi lief nicht nach Plan. Beim ersten Rennen habe ich eingangs Steilhang eingefädelt. Bis zum Ausscheiden war ich mit den Top Athletinnen voll dabei. Am zweiten Renntag hat mir die Verunsicherung des Ausfalles sicher nicht geholfen das nötige Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Mit einem sehr schlechten Start und einigen Strapazen über den ganzen Lauf gesehen, hat es für die Qualifikation zum zweiten Lauf nicht gereicht.

Die nächste Chance auf Weltcup Punkte steht kurz vor der Türe. Am Donnerstag findet das verschobene PGS Rennen in Lech statt. Ich habe also keine Zeit den Kopf in den Sand zu stecken. Vorwärts schauen und aus den Fehlern der vergangenen Rennen lernen.

nächstes Ziel Finnland...

Letzte Woche auf der Diavolezza sind die ersten Skirennen über die Bühne gegangen. Beim allerersten Rennen, den National Championships bin ich nach Halbzeitführung leider ausgeschieden. Zum Abschluss konnte ich noch den soliden 9. Rang erreichen.

Am Sonntag sind wir mit dem Weltcup nach Sankt Moritz angereist um die letzten Trainingstage auf Schweizer Boden zu geniessen. Weiter fliegen wir am Mittwoch nach Finnland und müssen uns einem Corona Test unterziehen bevor es erst richtig los geht. Es folgen zwei weitere Trainingstage in der finnischen hämisphäre auf 100% gemachtem Kunstschnee. Meine Ziele für die kommenden zwei WC Slaloms sind, Stabilität im Oberkörper, Linienwahl und bei jedem Tor über die Hände nach vorne durch das Tor hindurch beschleunigen.

Im Moment bin ich sehr happy mit meinem Skifahren und mein Selbstvertrauen gibt mir die nötige Lockerheit.

und los gehts....

Nach einem gelungenen Vorbereitungstraining auf der Diavolezza geht Carole Bissig mit voller Überzeugung und Freude den Wettkampftag an. Die ersten Rennen der Saison sind jedes Jahr speziell, weil die Nervosität, der Druck und die Erwartungen an sich selbst einen Einfluss auf die Leistung haben. Diejenige, welche am meisten Coolness, Lockerheit und ein Quäntchen Frechheit besitzt, wird am Ende des Tages die Beste sein. Jetzt sind alle Ampeln auf grün und es kann losgehen.

Die Saison 2020/2021 kommt näher

Ich stecke mitten in den Vorbereitungen. Zurzeit können wir als Swissskiteam exklusiv auf der Diavolezza trainieren und von den besten Bedingungen profitieren. Viel Schnee, keine Steine und hervorragendes Wetter machen die Trainings einmalig. Ich fühle mich extrem fit und leicht, was mir auf der Piste hilft, grössere Fortschritte zu erzielen. In zwei Wochen finden die ersten Skirennen, zwei Slaloms auf der Diavolezza, statt.

Auch Carole Bissig hat Stellung genommen im Minerva Mitarbeiter Magazin

  

Nach einer langen Grippe und viel Schmerzen bin ich wieder komplett erholt

Vor Weihnachten wurde ich krank und konnte meine Leistung nicht bringen. Dies hatte zur Folge, dass ich die Worldcup Rennen in Lienz nicht fahren durfte und dafür an den FIS Rennen auf der Lenzerheide teilnehmen musste. Ich konnte den 2. Platz und einen Sieg herausfahren und dank diesen Resultaten, habe ich jetzt wieder einen Platz für den nächsten Worldcup in Zagreb. Am 4. Januar 2020 war der Renntag und ich bin bereit für die nächste Chance.

Gute Ski-Leistung

Bei den ersten EC Slaloms in Funäsdalen konnte ich eine solide Leistung bringen! Mit Rang 13. und 17. starte ich in eine gelungene Saison und freue mich jetzt schon auf das kommende Wochenende. Nun bin ich wieder zurück im Weltcup und werde in St. Moritz mit Parallel Slalom weiterfahren.

Am Lernen im Flugzeug

   

Training auf der Rennpiste in Levi (Finnland) - Vorbereitung auf das Rennen

Vor ein paar Tagen fand das freie Hangfahren auf der Rennpiste statt. Wichtig dabei ist, alle Übergänge gut einzuprägen, die Pistenverhältnisse optimal zu spüren und die Kurven der Piste anzupassen.

Das Wetter für das Rennen am nächsten Tag ist so lala, dafür ist die Vorfreude umso grösser.

Mit gutem Selbstvertrauen und einer gefühlten Portion Mut gehe ich ins Rennen.

Es geht wieder los - die Vorbereitungen auf die Ski-Saison 2019/2020 laufen

Vorbereitung im Kraftraum Engelberg. In der kommenden Zeit liegt der Fokus im Koordinationstraining, wie jonglieren auf dem Ball und vieles mehr. Mit diesem Training verbessere ich meine Stabilität und meine Reaktionsfähigkeit.

Das Skitraining auf der Diavolezza bietet die perfekte Vorbereitung für die ersten Rennen.

letzter Tagebuch Eintrag der Ski-Saison 2018/2019

   
Das letzte Camp in Livigno neigt sich dem Ende zu! Tolle Pisten, schönes Wetter und ein entspanntes Team. Besser könnte man sich das Saisonende kaum vorstellen.

Die Ski-Saison kann ich in drei Worten beschreiben (schwierig)(schmerzhaft)(lehrreich). 

Schwierig: die Vorbereitungszeit war ein auf und ab. Viele Ausfälle in den Trainings, manchmal bis zu 7 Läufe hintereinander. Erste Zweifel, ob der Skiwechsel die richtige Entscheidung war oder nicht? Mentale Blockaden in der Umsetzung, wie Technik, Bewegungsabläufe u.s.w.

 

Schmerzhaft: viele Stürze auf der Piste und Therapien danach! Von Beginn der ersten Rennen plagten mich Rückenschmerzen. Es wurde immer schlimmer! Von Rennen zu Rennen nahmen die Schmerzen zu und mein Kopf gab mehr und mehr nach. In einer völlig extremen Phase von ständigem Leistungsdruck und Erwartungen bin ich während dem Europacup Rennen in Melchsee-Frutt zusammengebrochen! Ich konnte nicht mehr.

 

Lehrreich: Während meiner 5 wöchigen Pause habe ich gelernt Geduld zu haben! Meine grösste Schwäche musste zu meiner grössten Stärke werden. Dies war nur ein Beispiel von vielen, welche ich in dieser Zeit lernen musste! Die unterschiedlichen Therapieformen haben mir immer neue Blickwinkel auf das Ganze gezeigt. Eine Schwäche hat mehr gute Facetten als eine Stärke, wenn man sie richtig einsetzt. Es gibt immer etwas Positives, an allem, egal wo, wie oder wann!

 

Im Nachhinein bin ich extrem dankbar über die Ski-Saison 2018/2019, auch darüber, dass ich in Zukunft ohne Schmerzen und ohne Einschränkungen das Konditions- und Skitraining fortsetzen kann. 

 

Jetzt beginnt ein anderes Kapitel und ich freue mich auf die Schule und das intensive Lernen!

 

Ski testen im Hoch-Ybrig, Schweiz

Zurzeit bin ich mit der Schweizer Skifirma Stöckli auf dem Hoch-Yrig am trainieren! Wir testen das neue Material für die kommende Saison. Wichtig sind vor allem die neuen Skimodelle, Bindungen und Bindungsplatten. An mehreren Tagen können wir explizit Fortschritte erzielen und neue, wichtige Inputs für die Firma liefern. Es gilt auch herauszufinden, welcher dieser Skis am besten auf Eis, auf weichem Schnee, um 10 Uhr oder 13 Uhr funktioniert. Eine Person ist nur für die Anpassung der neuen Skischuhe dabei. Wir bekommen in einer Saison zwischen zwei bis vier Skischuhen, je nach Athlet.

   
Ende Februar geht es von Basel nach Wien und jetzt gilt es ernst. Europacup Slalom in Jasna, Slowakei und Weltcup Slalom in Spindlermühle, Tschechien. Mit all dem Neuen und Positiven geh ich in die nächste Etappe.

Training und Skirennen in Savognin, Schweiz

Anreise nach Savognin. Jetzt gilt es den Rücken wieder zu testen. Bin ich wieder zu 100% fit oder bin ich noch nicht bereit zu trainieren oder gar Rennen zu fahren? Yeah, es funktioniert viel besser als erwartet und es ist wie ein Traum wieder schmerzfrei Ski zu fahren! Ich habe die letzten Monate vergessen wie es war Freude und Lockerheit zu spüren. Nach 6 Tagen Training und Rennen bin ich kaputt und überglücklich.

      
Es ist Mitte Februar und der Körper gewöhnt sich langsam an die neue Position der Wirbelsäule und der ganze Druck fällt Stück für Stück weg. Jetzt kann ich mit der Physiotherapie bei Martin Steffen in Engelberg starten. Neue Inputs wie Stosswellen-Therapie und vieles mehr führt zu einem ausgeglichenen Aufbautraining.

     
Anfangs Februar klimmen die Schmerzen endlich ab und ich kann mit der Therapie beginnen! Dorn-Methode in Altdorf, Uri bei Bruno Laetsch. Zur Kombination habe ich bei einer Kollegin Entspannungstherapien ausprobiert. Die helfen enorme Muskelverspannungen und Blockaden zu lösen. Es handelt sich dabei um Feng-shui und Tibetische Energiearbeit. Die beste Erfahrung meines Lebens! Wahnsinn!

Tagesablauf: Übungen, Übungen, Therapie, Übungen, Übungen, Therapie für 2 Wochen.....

Skirennen in Melchsee-Frutt, Schweiz (25. Februar 2019)

    
Nach dem ersten Lauf bin ich auf dem 23. Rang gelandet. Hatte schon enorme Schmerzen im Rücken und dies trotz Schmerztabletten! Nach der Besichtigung vom zweiten Lauf habe ich mich für den Abbruch des Rennens entschieden. Der Schmerz war unmöglich auszuhalten.

   
Vor dem ersten Lauf beim Heimrennen in der Melchsee-Frutt

Einen Tag später hatte ich einen MRI Termin mit Besprechung in der Sportklinik Balgrist in Zürich. Leichter Bandscheibenvorfall und hoher Flüssigkeitsverlust. Ich hatte die Wahl zwischen 15 - 20 Medikamenten am Tag um weiter Ski zu fahren oder einen Monat totale Pause. Nach langem hin und her, habe ich mich für die Gesundheit und gegen einen Medikamentencocktail entschieden.

Leider muss Carole pausieren, darum beim Lerngespräch beim Schulleiter anzutreffen. Gute Besserung!

 

Skirennen in Flachau, Österreich

Jetzt war ich einige Tage zuhause im Bett! (Ich war nicht fit und hatte enormen Schmerzen im Rücken). Beim letzten Rennen in Flachau habe ich den 23. Rang erreicht und bin sehr zufrieden. Zurzeit bin ich am Riesenslalom trainieren in Zinal für die kommenden Europacup-Rennen vom 21. und 22. Januar 2019. Endlich eine Abwechslung nach den vielen Slaloms.

Skirennen in Zagreb, Kroatien

   
Beim letzten Weltcup Slalom in Semmering bin ich leider ausgeschieden! Ich war traurig und auch entäuscht von mir selbst. Manchmal ist es wichtig Fehler zu machen, damit man weiter geht und weiter lernt!

Über Silvester war ich drei Tage zuhause bei meiner Familie und Freunden. Das war wichtig, denn ich konnte für die Schule lernen, einige Konditionstrainings absolvieren und mich ein wenig erholen!

Morgen findet der nächste Weltcup-Slalom in Zagreb statt. Es geht Schlag auf Schlag! Jetzt freue ich mich auf die nächste Chance und bin physisch in bester Verfassung.

Skirennen in Courchevel, Frankreich

In den letzten Tagen haben wir in Zinal trainiert! Bei wunderschönem Wetter und sehr guten Pistenverhältnissen. Es sind meine letzten Vorbereitungen für das Rennen am Samstag. Gleichzeitig lerne ich am Nachmittag so gut es geht. Mein Schwerpunkt liegt zurzeit in Informatik und Wirtschaft. Mental bin ich immer gefordert und dementsprechend müde, deshalb freue ich mich riesig auf Weihnachten. Den 23. und 24.12.2018 werde ich kurz zuhause sein und nachher gehts weiter nach Österreich für den Weltcup in Semmering.

Skirennen in St. Moritz, Schweiz

   
Heute bin ich nach St. Moritz angereist für den Heimweltcup.

    
Heute hatten wir Starttraining für den Parallelslalom morgen. Super schwierig das perfekte Timing zu finden. Natürlich mit atemberaubender Aussicht auf das schöne St. Moritz.

Vom Dorf aus kann man die Rennstrecke bereits erkennen. Einfach ein Traum mit solch perfektem Wetter!

 

Das Wochenende ist vorbei und ich bin eine weitere Erfahrung reicher. Wunderschön in den Schweizer Alpen Weltcup Rennen zu fahren. 

Den Quali Lauf habe ich mit Rang 27 beendet. In der Ausscheidung durfte ich gegen die starke Slowakin Petra Vlhova antreten. Das Duell habe ich verloren und musste mich mit einer blutenden Nase und Schmerzen von den Toren abfinden. Nächste Chance kommt in Courchevel. Freue mich riesig auf die kommende Zeit und natürlich auch auf Weihnachten.

 

https://www.blick.ch/sport/ski/damen/parallelslalom-in-st-moritz-id15060243.html

Skirennen in Killington, USA

 
Am Donnerstag gab es einen Tag Day-off. Ich habe gelernt und bin bei minus 20 Grad laufen gegangen.

    

Skirennen in Levi, Finnland

 
Tag 1 (Reisetag)

Wir hatten eine sehr lange und turbulente Reise. Von 6:30 bis Mitternacht!

mit Charlotte Chable am Flughafen Zürich

   
erster Flug von Zürich nach Helsinki - zweiter Flug von Helsinki nach Kitilä. Leider konnten wir in Kitilä nicht landen, weil das Wetter zu schlecht war und somit flogen wir weiter nach Ivalo.
Von Ivalo zurück nach Kitilä. 30min. mit dem Bus bis Levi und endlich hatten wir es geschafft

Schlafenszeit 00:30 eher suboptimal vor einem Trainingstag

    
Tag 2 (Training)

   
Die Bedingungen werden von Tag zu Tag besser, wie auch mein Schwung zwischen den Toren. 
Nach kurzem intensivem Training gibt es eine Joggingrunde durch Levis Wälder
Am Nachmittag steht noch Lernen auf dem Programm

   
Tag 3 (Day off)

Heute hatten wir einen Day off, anstelle von Skitraining gibt's ein Lerntraining. Eine Shoppingtour durchs kleine Dörfchen Levi durfte auch nicht fehlen. 
Besprechung mit Nicholas (mein Servicemann) über die Skier, welche wir fürs Abschlusstraining nehmen. 
Ablenkung ist die beste Taktik gegen Nervosität

   
Tag 4 (Renntag)

 

wenig Schlaf wegen zu viel Lärm 🙈

Einfahren vor der Besichtigung bei sehr warmen Temperaturen um die 5 Grad. Wetter ist wunderschön

Start 12:00: im 1. Lauf bin ich oben super gestartet und im Steilhang bin ich zu hart auf der Kante gestanden. Es war mein erstes Rennen mit der neuen Skimarke Stöckli.

Leider konnte ich im 2. Lauf meine gute Ausgangslage nicht nützen, trotzdem konnte ich einige Weltcuppunkte erreichen